Es ist genug

Typisches Anzeichen eines Burnouts / Depression ist die ständige Erschöpfung, bei mir ausgelöst durch ständige Überforderung.

Wenn Du jetzt glaubst das diese Überforderung nur von außen kommt täuscht Du Dich leider.

Ich habe mich immer über meine Tätigkeiten definiert. Es musste immer alles perfekt, fehlerfrei und effizient sein.

  • Nicole kannst du mal eben …
  • Mama soll ich meine Wäsche waschen oder machst du das?
  • Schatz wir brauchen ….
  • Frauli ich will Gassi gehen
  • Frau Binder wir bräuchten mal wieder

Ein Burnout / Depression hat nie immer nur eine Ursache. Meistens handelt es sich um verschleppte Dinge die mit der Zeit das Fass zum Überlaufen bringt. Ich tu mir auch sehr schwer mit Fehlern umzugehen. Ich hasse es wenn ich etwas falsch mache. Ein Fehler zieht mich enorm runter und hängt mir ewig hinterher.

Nein, ich arbeite nicht bei einem Tyrann, ich kann mich weder über meine Vorgesetzten noch über meine Kollegen beschweren.

Nein, ich lebe nicht in einer toxischen Beziehung. Mein Mann legt mir die Welt zu Füßen und tut was er kann.

Nein, meine Kinder sind keine Diven sie helfen im Haushalt, nicht immer freiwillig aber sie tun es.

Der Druck alles alleine schaffen zu müssen, keine Hilfe anzunehmen und auch die nicht Aufgaben abzugeben kommt allein von mir. Jetzt im Moment rede ich mich hier sehr leicht. Ich hatte jetzt 4 Wochen Zeit um mir darüber klar zu werden. Doch jedes mal wenn ich etwas tue, sobald mein Akku auch nur ein bisschen gefüllt ist, überfordere ich mich wieder. Anstatt meine ToDo Liste kleiner zu gestalten, damit ich es schaffen kann und rechtzeitig Pausen zu machen, schufte ich bis Abends ohne das das irgendwer von mir verlangen würde. Morgen ist auch noch ein Tag und die schmutzige Wäsche liegt auch morgen noch in der Waschküche.

Mein Körper erschöpft immer noch sehr schnell, ich gehe eine Runde Gassi und muss danach erst einmal hinsetzten. Ich bereite das Mittagessen zu und habe keine Kraft mehr danach die Küche aufzuräumen. Ich schaffe meinen Waschtag nicht mehr, daher muss ich jeden Tag eine Maschine Wäsche waschen (wenn ich es mal täte) und diese gleich zusammenlegen und aufräumen. Vom Putzen wollen wir erst einmal nicht sprechen.

Heute habe ich mich wieder überfordert, ich hab die Betten abgezogen und gewaschen (genauso wie ich es an einem üblichen Sonntag mache) habe Wäsche gewaschen gebügelt und aufgeräumt. Gassi war ich natürlich auch. Ich kann noch immer vom „ich bin total kaputt Modus“ in die „Maschine“ schalten in der ich einfach nur funktioniere und meine Aufgaben erledige. Jetzt sitze ich wieder auf der Couch und es tut alles weh, mein gesamter Körper schmerzt, mein Ohr pocht wieder. Mein Körper sendet mir Signale und zwingt mich dazu auf sie zu hören.

Ich muss dringend als erstes zwei Dinge lernen.

  1. Nein Sagen
    Ich hab das nie gelernt. Ich fühle mich schlecht und schuldig wenn ich nein sage. Hiermit muss ich mich beschäftigen.
  2. Auf Stresssymptome achten
    Ich bin in den letzten Wochen oder Monaten immer weit über meine Grenze gegangen und habe deutliche Stresssymptome die mir mein Körper gesendet nicht ernst und wahrscheinlich auch nicht wahr genommen. Vielleicht wollte ich es aber auch nicht mitbekommen. Ich weiß es nicht, aber ich weiß ich muss mich diesem Thema stellen und meinem Verhalten auf den Grund gehen!

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